Bestattungsformen

 
Verschiedene Bestattungsformen – aus christlicher Sicht

Früher war die Erdbestattung die „normale“ Bestattungsform – und für viele Menschen auch die „christliche“ Bestattungsform. Inzwischen sind die Bestattungsformen vielfältiger geworden: Die Urnenbestattungen nehmen zu  und in den Zeitungen liest man inzwischen auch von Seebestattungen.

Auch die Orte, an denen die Urnen gelegt werden, sind vielfältiger geworden: In Elsenz gibt es seit Jahren die Stelen – Steinsäulen, in die Urnen hineingestellt werden. Geplant sind wohl auch Gemeinschaftsgräber, bei denen Urnen unter einem Baum begraben werden. Kleine Steine nennen den Namen des Verstorbenen. In Eppingen gibt es auch ein anonymes Gräberfeld. Dort gibt es dann keinen Hinweis, wo die Verstorbenen ruhen. Und schließlich gibt es in unserer Nähe den Friedwald. Der Friedwald ist – wie der Name schon sagt – ein Wald. Dort werden die Urnen unter einem Baum begraben. Kleine Steine nennen den Namen des Verstorbenen.

Wenn Gott uns neues, himmlisches Leben gibt, dann benötigt er dazu kein irdisches und vergängliches „Material“ wie unseren Körper. Deshalb werden die Toten, deren Leib verbrannt wurde, genauso auferstehen wie die Toten, deren Körper im Grab verwest. Auch der Ort, an denen Menschen sterben oder zur letzten Ruhe gelegt werden, kann Gottes Neu-Schaffen weder verhindern noch begünstigen. Im Hinblick auf die Auferstehung des Verstorbenen gibt es in diesem Sinne keine christlichen oder unchristlichen Bestattungsformen.

Allerdings  machen Pfarrer immer wieder folgende Erfahrung: Die Orte, an dem der Körper oder die Asche des Verstorbenen liegen, sind Orte, wo sich die Trauernden den Verstorbenen besonders nahe und verbunden fühlen. Das drücken sie mit den Worten aus: „Da liegt mein Vater/meine Frau/mein Bruder/mein Kind!“ Und wenn die Trauernden dann das Grab pflegen oder Gestecke hinlegen, tun sie es, um ihre bleibende Liebe auszudrücken.

Angesichts dieser Beobachtung plädieren viele Pfarrer aus seelsorglichen Gründen dafür, eine Bestattungsform zu wählen, bei der alle Lebenden die Möglichkeit haben, ein Grab zu besuchen. Das ist bei anonymen Bestattungen, Seebestattungen und nur mit Einschränkungen bei Waldbestattungen möglich.[Bei Waldbestattungen ist die Infrastruktur oft so, dass ältere Menschen den entsprechenden Baum nicht mehr erreichen können.] Deshalb stehen Pfarrer solchen Bestattungsformen eher ablehnend gegenüber. Aus dem gleichen Grund setzen sich Pfarrer auch dafür ein, dass das Grab bzw. die Asche eines Verstorbenen öffentlich zugänglich ist: Jeder soll zu jeder Zeit die Verstorbenen „besuchen“ können – und nicht davon abhängig sein, dass der Besitzer des Grabes oder der Urne zustimmt.