Passion und Ostern

Karwoche - Palmsonntag
Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag und mündet in die Feier der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag.
Diese Woche ist von großen Emotionen geprägt: Jubel über den Einzug in Jerusalem, Freude über die Einsetzung des Abendmahls und die Wiederaufnahme der Sünder in die Gemeinschaft der Gläubigen am Gründonnerstag, tiefer Trauer am Karfreitag über den Tod Jesu am Kreuz und stilles Verharren in dieser Trauer am Karsamstag. In vielen Ländern wird diese Zeit als „heilige Woche“ bezeichnet und mit Prozessionen begangen.

 

Gründonnerstag

Der Gottesdienst am Gründonnerstag wurde als Gedenktag der Gegenwart Jesu Christi und der Gemeinschaft mit ihm in der Feier des Abendmahls ursprünglich als Freudenfest gefeiert: als Vorgeschmack auf das ewige Leben in ungebrochener Gemeinschaft mit ihm. In vielen evangelischen Gemeinden wird heute am Abend des Gründonnerstags ein Abendmahlsgottesdienst in besonderer Form gefeiert, der an die Tischgemeinschaft Jesu erinnert.

Der Karfreitag

An diesem Tag gedenken die Christen des Kreuzestodes Jesu - und der Dunkelheit, die sich über die Menschen durch diesen Tod senkt.
Vielerorts wird als Zeichen dieser Trauer und der Hoffnungslosigkeit der Altar leergeräumt, die Orgel und die Glocken schweigen und das Kreuz wird mit einem schwarzen Tuch verhüllt.

Der Karfreitag zeigt, wie schwarz die Welt ohne diesen Mann war - und in welche Hoffnungslosigkeit die Menschen ohne ihn stürzen müssten. Auch heute noch - wäre er nicht auferstanden.

Ostern

Die Feiern in der Osternacht, die in den evangelischen Gemeinden seit einigen Jahrzehnten zunehmend begangen werden, vollziehen den großen Weg von der Schöpfung der Welt durch die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel bis hin zum Leben, Sterben und Auferstehen Jesu. Sie beginnen in der dunklen Kirche, die nur erhellt wird vom Licht der Osterkerze und mit dem Fortschreiten der biblischen Botschaft stetig heller wird, bis der Ruf: "Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!" - die Kirche erfüllt und neues Licht die Kirche ausfüllt.

Das gemeinsame Abendmahl ist Zeichen der Gemeinschaft, die die Christen mit dem Auferstandenen haben und zugleich Freudenmahl für das Leben.

Ostersonntag und Ostermontag


"Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!"
Mit diesem Osterruf beginnen die Gottesdienste am Ostersonntag. Er fasst die Botschaft dieses Festes zusammen: Jesus ist auferstanden und in den Tagen danach vielen Menschen begegnet. Ihr Zeugnis von der Auferstehung Jesu ist Grundlage des christlichen Glaubens. Seine Auferstehung eröffnet allen, die ihm vertrauen, ein Leben in Freiheit von Angst und Schuld und eine Hoffnung über den Tod hinaus.


Viele Gemeinden bringen diese Hoffnung am frühen Morgen in einer Auferstehungsfeier auf dem Friedhof zum Ausdruck. Wo übers Jahr Menschen an den Gräbern geweint haben, mischen sich jetzt die Osterchoräle der Posaunenchöre und die Osterlieder der Gemeinde mit den Vogelstimmen des Frühlingsmorgens.